Interview
1. Verraten Sie uns Ihren Lieblingsort?
Der Karijini-Nationalpark im Nordwesten Australiens.
2. Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?
Entweder mich durch Bücher pflügen oder tolle Bands und Platten abseits vom Mainstream entdecken.
3. Was in Nürnberg würden Sie einem Besucher unbedingt zeigen?
Die Weißgerbergasse. Da kommt man dem mittelalterlichen Nürnberg am nächsten.
4. Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Zu wissen, dass es eine höhere Macht gibt, die uns liebt und unserer Existenz Sinn verleiht.
5. Was macht Ihnen Angst?
Der Hang zum totalitären Verbot. Stichwörter: Terror, Minarette, Computerspiele, Netzzensur. Und dass die Medien das durch Panikmache fördern.
6. Was verzeihen Sie sich am ehesten?
Ungeduld und negative Gedanken.
7. Was anderen?
Wenn mich jemand anpflaumt, hat er erstmal Kredit, weil ich denke: Vielleicht hat er ja einen schlechten Tag.
8. Was wollten Sie immer schon mal tun, haben sich aber nie getraut?
Ich habe nie Drogen ausprobiert. Ab und zu rauche ich heute ein Zigarillo; Alkohol trinke ich keinen. Manchmal denke ich, dass mir da in der Sozialisation was fehlt. LSD würde mich in der Wirkung mal interessieren, oder Cannabis. Aber dazu bin ich zu vorsichtig, weil ich fürchte, ich könnte mein Gehirn beschädigen.
9. Welchen anderen Beruf würden Sie gern mal ausprobieren?
Leibwächter. Ich habe mal bei der Bachwoche Ansbach ausgeholfen und Veranstaltungen bewacht. Da kam Lambsdorff rein und gleich danach eine afrikanische Prinzessin, in vollem Ornat. War beeindruckend.
10. Was würden Sie als Bundeskanzler sofort ändern?
Die Vorratsdatenspeicherung abschaffen.
11. Welcher war der schönste Tag in Ihrem Leben?
Als ich 2003 in Australien war, saßen wir zu fünft an der Westküste auf einem einsamen Strand und sahen die Sonne untergehen. Einer fing leise an, “Imagine” von John Lennon zu singen, Klingt sehr kitschig, aber es war wunderschön.
12. Welches Buch wollen Sie unbedingt noch lesen?
“Unter Linken” von Jan Fleischhauer.
13. Was ist aus Ihrer Sicht das schlimmste Vorurteil über Nürnberg?
Dass die Menschen hier tendenziell misstrauisch und unfreundlich sind. Wenn wir Franken so sind, dann liegt es bestimmt zu einem Gutteil an der Architektur. Diese niedrigen Häuser mit kleinen Fenstern und verdunkelten Butzenscheiben! Das strahlt schon aus: “Lasst uns in Ruhe!”
14. Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Meine Frau. Für sie eine Tüte Chips und für mich Domino-Steine.
15. Welchen Titel sollte Ihre Biografie tragen?
“Das Ende ist wichtig in allen Dingen”. Der Satz stammt aus dem Hagakure, einer Art Gebrauchsanweisung für die japanischen Samurai. Wir fangen oft Dinge an und geben sie dann achtlos auf. Das ist nicht gut. Dinge sollten beendet werden.


