Zwei alternative Suchmaschinen im Test
Als Coach recherchiere ich oft im Netz: nach neuen Trends im Weiterbildungsbereich, wirtschaftlichen Entwicklungen, nach Personen und Ereignissen in der Coaching-Szene und vielem mehr. Dies, kombiniert mit der Datenschutz-Debatte unserer Tage, hat mich dazu veranlasst, neue Suchwege auszuprobieren:
1.
Da wäre zunächst Paperball, eine Portal für “Newssuche und Verbraucherinformation”, mit angeblich über 6 Mio. Nachrichten aus über 3.000 Quellen. Wie ich überhaupt darauf gekommen bin? Durch eine Empfehlung unserer Justizministerin, Frau Leutheusser-Schnarrenberger. Sie benutze Paperball für “einzelne Presseartikel”, so ihre Aussage im SPIEGEL-Interview (Ausgabe 02/10). Da dachte ich mir: Cool, was für unsere Justizministerin gut genug ist, wird auch für mich gut genug sein.
Leider genügte der Praxistest meinen Ansprüchen gar nicht: Die Suche nach “Coaching” bringt für “Ergebnisse aus Deutschland” lediglich 59 Treffer, davon nur eine Handvoll tatsächlich auf Coaching als Tätigkeit bezogen. Der Rest sind fast ausschließlich Sport-Nachrichten. Die Suche nach den Personen “Asgodom” und “Rauen”, die zumindest in der Presse oft Coaching-Themen vertreten, bringt jeweils glatte 0 Treffer. Das gleiche gilt für “BDVT”, “DBVC” und “Bußmann”. OpenPR wird von Paperball also schon mal nicht gescannt.
Fazit: Paperball ist durchgefallen. Diese Maschine wird von mir nicht genutzt werden, da sie keine Suchergebnisse für meine Profession (Coaching) produziert. Ich frage mich nur, ob das nicht auch für andere Bereiche gilt und Frau Leutheusser-Schnarrenberger für ihre Recherchen nicht auch auf eine andere, umfangreichere Suchmaschine umsteigen sollte.
2.
Ebenfalls angestoßen durch die Datenschutz-Debatte, habe ich die Suchmaschine ixquick getestet. Diese speichert keine IP-Adressen des Nutzers, gibt als Meta-Suchmaschine die Suchanfrage an andere Suchmaschinen weiter, bündelt die Ergebnisse und gibt diese gewichtet aus. Keine schlechte Idee. Außerdem kann man per Plugin die ixquick-Suche seiner Browser-Leiste hinzufügen.
Aber: Vor und nach den Suchergebnissen wird Werbung eingeblendet. Nichts Ungewöhnliches, aber die Werbung ist optisch nicht abgesetzt, sodass man sie für normale, sogar wichtige Suchergebnisse (weil obenstehend) hält. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die kleine, blassblaue Zeile “Gesponserte Ergebnisse”. Not so funny. Zweitens scheint ixquick Google komplett zu ignorieren. In den abgefragten Suchmaschinen (oben rechts eingeblendet) wird Google nicht genannt. Ich mache den Selbstversuch und gebe bei Google “Coaching Nürnberg” ein. Ergebnis: Bei den lokalen Ergebnissen Platz 1, in den normalen Suchergebnissen Seite 1, Platz 2. Bei ixquick komme ich auf den ersten 5 Seiten gar nicht vor. Mit unterschiedlichen Gewichtungen kann man das nicht mehr erklären.
Fazit: ixquick ist eine gute Idee für Leute, die mal anonym recherchieren wollen. Allerdings mit dem Fragezeichen, ob relevante Ergebnisse durchs Raster fallen. Leider kein Google-Ersatz.
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Hallo Herr Väth,
haben Sie’s mal mit Metager versucht (www.metager.de)? Auch eine Meta-Suchmaschine. Metager lieferte früher zumindest für den wissenschaftlichen Bereich ordentliche Ergebnisse. Sie können sehen, welche Suchmaschinen abgefragt werden, und halb-versteckte Werbung ist mir auch noch nicht begegnet.
Wobei die Ergebnisse für “coaching nürnberg” teilweise auch recht interessant sind…
Bleibt die Frage, ob das nicht das klassische Henne-Ei-Problem ist. Jeder optimiert im Hinblick auf die Google-Suche, weil die ja am meisten benutzt wird. Und jeder benutzt die Google-Suche, weil die ja die besten Ergebnisse liefert…
Viele Grüße,
Regine Becher