Zum Selbstzweck menschlicher Kreativität
27.11.2009Ich lese gerade ein Interview mit dem Siemensvorstand Barbara Kux (Einkauf) in der ZEIT. Dort spricht sie über die grüne “Ecomagination”-Initiative von Siemens und dass insgesamt die Ressourcen der Welt besser genutzt werden sollten etc. Ist gut und richtig, kennt man alles. Ihr Abschluss-Statement lautet:
“[...] Entscheidend für die Wirtschaft sind die Ideen. In einem heterogenen Team entstehen mehr und bessere Ideen. Und Heterogenität kann bedeuten: unterschiedliche Nationalitäten, unterschiedliche Altersstufen, aber eben auch unterschiedliche Geschlechter. Darauf kommt es an!”
Wie gesagt, alles gut und richtig. Und auch das mit den heterogenen Männer-Frauen-Teams kann ich unterschreiben. Was mir allerdings wieder einmal auffällt, ist der überwältigende Nutzen-Aspekt. Will sagen: Alles, auch Kreativität, muss einen Nutzen haben. In unserer Zeit eben in der Regel “für die Wirtschaft” (s. Zitat). Alles ist ökonomisiert, angefangen vom Schulbesuch über die Uni bis zur Verweildauer auf Parkplätzen vor dem Supermarkt.
Für mich jedoch hat Kreativität, das Schaffen und Umsetzen von Ideen, einen grundlegenden, kindlichen, eben zutiefst menschlichen Sinn. Losgelöst von Nutzenüberlegungen. Ich glaube, es liegt in der menschlichen Evolution ein natürlicher Drang, sich auszudrücken, Dinge neu zu kombinieren und so Grenzen zu überschreiten. Eben Kreativität als Selbstzweck. Warum das so ist? Weil es Freude in uns produziert. Gerade ist die “Positive Psychologie” und die Glücksforschung ja stark im Kommen. Da hat man gemerkt, dass man den Menschen wieder herauslösen muss aus gänzlich nutzenorientierten Lebensweisen und -perspektiven.
Im Kreativen berühren sich Göttliches und Menschliches. Wir werden zum Kind, das die Welt wieder staunend erlebt und schaffen selbst die Wunder, an denen wir uns freuen können. Das bedeutet: Kraft für die Seele, Kraft für den Alltag, eins sein mit der Welt. Dafür sind wir hier.
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Jahrgang 1975, Diplom-Psychologe mit Hang zur IT, Coach, Autor und hoffnungs- loser Jazz-Fan. Motto: "Es gibt im Leben nur einen richtigen Weg: den eigenen."
Hätten Salvador Dali, Pablo Picasso oder W. A. Mozart und viele andere Menschen nach dem Nutzen dessen gefragt, was sie er/geschaffen haben, dann hätten sie wohl gar nicht erst angefangen.
Und die Welt wäre um so viele aussergewöhnliche Werke ärmer.
ROI or no ROI, that is the question
Mein sabathisches Jahr habe ich zum Erfinden einer Einfachkeit
gewitmet was ganz genau zum Thema passt: : fit4dm ist ein software was on-line Vorbeugeeubungen in animierten sieben Minuten Pausen am PC 2 x pro Tag erlaubt, um Krankheiten der wiederholenden Bewegungen zu vermeiden. Damit’s nicht langweilig wird, gibt es aus einer Rezeptur von 77 Uebungen (auch die Augen werden gekullert!) immer neue Kombinationen, und man wird auch hinterher nett von Ben und Star , unseren Demokids, (die man “nachmacht”) gefragt, obs und wo’s eventuell weggetan hat, wenn ja, geht gleich ein Warne-mail an den Firmenarzt! Das software registriert wer mitmacht oder nicht, und brnnt die Info in die files , damit die Firma ‘in defensive” gehen kann, wenn eventuell brasilianische Arbeitsrichter den Arbeitsgeber zur Verantwortung ziehen, weil der Arbeitnehmer wegen intensiver digital midia Hand- und oder Koerperarbeit sich was verreckt hat und deswegen krank oder ganz abgestellt wird und die Firma dann auf sogenannte berufsgesundheitliche Unkosten veranwotlich gemacht wird und zusaetzliche Sozialkosten blechen muss. . Gut bei Konzernen zu verkaufen, wo Risikoanalyse bzw Verminderung 100% als NUTZEN verbucht wird und so ein ROI (Return of Investment) vorweisen kann, um einen Platz im sonnigem Budget der Konzerne zu bekommen. Das Originalprojekt, entworfen von einem fruehpensioniertem CEO, (ich) einem IT Fachmann, einem Technoanimierexperten , sowohl natuerlich eine Expertin und MAster(in) in Phisiotherapie und Ergonomie, sollte eigentlich nur ein nette e-solution fuer ein mal Vormittags- ein Mal Nachmittagpauschen zum Entspannen am Arbeitstisch der Dauertipper sein (wer ist es heute nicht?). Aber NUR DAS Argument reicht laengst nicht zum Verkauf ! Wozu auch letzte Mode, Kultur oder Unterhaltungsstips die gleichzeitig unterbannert werden, das alles spielt da nur eine sekundaere Rolle. Als Erstes, wie immer. stehen der oekonomisierte Beitrag der Bilanzzahlen unter dem Nenner des sogenannten Wellnessprogramms der Mitarbeiter.
Frohe Festtage und viel Erfolg mit dem Buch
Se está montando um cavalo morto, apeie-se !
Hans Schaeffer – Neunternehmer
Ich füge hinzu:
Nutzen hat es für mich, wenn ich damit kreativ sein kann. Managen ist für mich kein Selbstzweck (mehr). Managen ist der hart verdiente Zaster, um Kreativität zu finanzieren. Und wenn ich die habe, kann ich auch wiederum besser managen. Virtuous circle?