Wie Redaktionen mit Wissensgebern umgehen
06.10.2009Ich bin nun schon einige Male interviewt worden; das letzte Mal für die WELT. Es läuft eigentlich immer gleich ab: Ein netter freier Journalist ruft an oder meldet sich über meine Website. Wir machen was aus, er interviewt mich oder schickt mir Fragen zur schriftlichen Beantwortung. Er bastelt was, ich gebe es frei, fertig. Vielleicht noch ein Foto hinterher. Bislang habe ich bei freien Journalisten, die auf mich zugekommen sind, in dieser Hinsicht wirklich kompetente, professionell vorgehende Menschen kennengelernt. Daher seien einige an dieser Stelle einmal namentlich erwähnt:
- Michael Santen
- Tobias Pützer
- Leonhard Seidl
- Uschi Aßfalg
So weit, so gut. Das eigentliche Drama beginnt bei den Redaktionen, egal ob Sie beim FOCUS sitzen, bei der WELT oder sonstwo. Für die Redaktionen bin ich als Wissensgeber anscheinend wenig wert, und genauso gehen Sie mit mir um. Dabei bin ich ja als Interview-Partner einer derjenigen, die der Zeitung Inhalt verleihen. Am deutlichsten merke ich das bei den Rezensionsexemplaren. Bis auf “Wirtschaftspsychologie Aktuell” hat es noch keine Zeitschrift oder Zeitung geschafft, mir im Laufe der medialen Zusammenarbeit auch nur ein Rezensionsexemplar zuzusenden, teilweise trotz mehrfacher Nachfrage. Auch wirklich höfliche und nette Emails meinerseits bringen nichts; sie werden gar nicht beantwortet.
Schon klar, ich bin nur einer unter vielen, aber sind die Fachleute und Wissensgeber nicht die Leute, ohne die eine Redaktion einpacken könnte? Oder denkt sich ein Redakteur: Der gedruckte Name und eventuelle Publicity wiegt unsere Ignoranz auf? Kundenmanagement = Nullinie? Ich wäre auch mit einer Textbaustein-Mail zufrieden. Wenigstens ein Lebenszeichen.
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Jahrgang 1975, Diplom-Psychologe mit Hang zur IT, Coach, Autor und hoffnungs- loser Jazz-Fan. Motto: "Es gibt im Leben nur einen richtigen Weg: den eigenen."