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 Alltagsnotizen eines Psychologen



Wie man Seminarideen klaut

16.08.2009

Fachlich gut ist man ja angeblich dann, wenn man beklaut wird. Wenn man eigene Ideen und Seminare plötzlich an Orten entdeckt, an denen man sie nicht vermutet, ganz einfach aus dem Grund, da man sie dort nicht selbst platziert hat.

Nun hat es mich erwischt. Im Newsletter eines deutschen Coachingverbandes – zu dem ich hier garantiert keinen Hotlink setze – findet sich unter der Rubrik “Schwarzes Brett” folgende Anzeige (rechts):

Newsletter-Anzeige

Ich hatte dem betreffenden Gentlemen und Institutsleiter – dessen Kontaktdaten ich hier aus rechtlichen Gründen geschwärzt habe – eine Email-Anfrage mit dem Grundriss meines Seminars geschickt. Ich wollte ihm meinen Workshop als Baustein für seinen Seminarkalender anbieten; auf seiner Website war von einem derartigen Seminar jedenfalls vor meiner Anfrage nichts zu sehen. Offensichtlich habe ich ihn auf den Geschmack gebracht; nicht einmal meinen Promotion-Text hat er für seine Anzeige geändert.

Natürlich ist es im Coach- und Trainermetier Berufsrisiko, dass die eigenen Ideen geklaut werden. Es ist ja immer ein Balance-Akt zwischen Preisgabe von Information und inhaltlicher Erläuterung, vor allem gegenüber Instituten, bei denen man Seminare durchführen will. Doch so schamlos und 1:1 kopiert zu werden, ärgert mich schon. Das finde ich menschlich mies. Darüberhinaus hat der Betreffende in besagtem Verband eine herausgehobene Stellung inne – was ich nicht gerade als Visitenkarte für diesen Verband empfinde.

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