Where have all the flowers gone?
Gerade habe ich den “Alex”-Comic in der FTD gelesen und fühle mich spontan zu einem Blogeintrag inspiriert. In diesem Comic gratuliert ein X einem Y zu einer Leistung. Nicht, weil er nett sein will oder Respekt empfindet, sondern weil er sich ein künftiges Geschäft erhofft. Wie würden wir so ein Verhalten bewerten, wären wir Y? Ziemlich mies und berechnend, oder?
Kennen Sie das Resonanzgesetz? Das ist der intellektuell angehauchte Titel für den Volksmund “Wie es in den Wald tönt, so schallt es heraus.” Man kann daraus auch eine Lebensweisheit machen: Alle Werte, die ich in mein Leben mit anderen Menschen hineinstecke, kommen irgendwann wieder zu mir zurück. Das ist mit den positiven Werten (Wohlwollen, Respekt, den Menschen um des Menschen willen annehmen) genauso wie mit den negativen (Berechnung, den “Nutzaspekt” einer Beziehung, Aggression etc.).
Ich frage mich oft, wie und in welchem Ausmaß man die positiven Werte in der Wirtschaft leben kann. Ist der Büroalltag nicht ein ständiger Kampf ums Überleben? Gegen üble Chefs, mobbende Kollegen, frustriert von einem “ungerecht” niedrigen Gehalt, mit dem ständigen Damoklesschwert der Kündigung über sich? Und da noch menschlich sein? Das grenzt doch an Dummheit! Oder etwa nicht?
Das wirtschaftliche System kann dazu “erziehen”, berechnend und auf seinen Vorteil aus zu sein. “Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner”. Doch ich glaube, die Menschen wollen menschlich sein. Sie haben es satt, sich ständig gegenseitig zu belauern. Das kostet soviel Kraft und trägt zum Unglücklichsein bei. Wie kann ich mich in der Arbeit (und auch sonst!) wohlfühlen, wenn ich innerlich ständig Bilanzrechnungen des Gebens und Nehmens aufmache. Unter der Prämisse, dass mich der Andere bei nächster Gelegenheit sowieso in die Pfanne haut.
Die Frage ist doch: Habe ich den Mut, den ersten Schritt zu machen? Denn irgendeiner muss es tun. Habe ich die Courage, aus der Deckung zu gehen und mich verletzbar zu machen? Hinterher winkt die Belohung eines bereicherten Lebens, davon bin ich überzeugt. Ich habe es selbst so erfahren. Doch trauen muss man sich vorher. Das ist schwer.
Sehen Sie es als Ihre heutige Herausforderung: Haben Sie den Mut, menschlich zu sein und den ersten Schritt zu machen?
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Ich denke auch, dass man immer versuchen sollte positiv zu sein und offen auf andere zu zu gehen… dann sind wenigsten die weichen gestellt.
was andere daraus machen steht natürlich wieder auf einem anderen blatt…
vg aus münchen!