Wenn Manager die Öffentlichkeit belügen

13.02.2008

Mikrohon-Bild

Unter dem Titel “Lügen und lügen lassen” bringt die FTD einen umfangreichen Artikel zu obigem Thema.

Diskutiert wird das selbstverständliche Belügen der Öffentlichkeit, besonders wenn es um Personalien geht. Anhand von Beispielen (Henkel, Deutsche Post, Otto u.a.) fordert der Autor mehr Ehrlichkeit von Managern und deren Unternehmenssprechern – nicht nur im Namen der Ethik, sondern auch im Sinne einer Kundenbindung. Wie der Volksmund sagt: “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.”

Der tiefere Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit liegt in der individuellen Verantwortung. Bei unangenehmen Wahrheiten übernehme ich persönliche Verantwortung. Herausreden kann ich mich nicht. Lüge ich als Manager, tue ich das angeblich “im Sinne des Unternehmens” oder weil ich nur “den Inhalt der Botschaft transportiere”. Manchmal ist man sogar noch stolz auf seine Lügen-Leistung.

Erfüllt das die Vorbildfunktion, die wir von hochbezahlten Managern erwarten?

Artikel, die Sie interessieren könnten

  1. Lesetip: manager magazin 03/11
  2. Manager-Gehälter und der Populismus der Politik
  3. “Butter bei die Fische” – Der große manager magazin-Gehaltsreport

Kategorie: (Unternehmens-)Ethik | Trackback-URL

2 Kommentare


  1. Lügen lohnen nicht, sie haben meist sehr kurze Beine und die üblichen danach fälligen Rettungsversuche sind fast immer nur Verschlimmbesserungen


  2. Hallo Herr Väth !

    Sicher ist: Herr Smolka hat die Mehrheitsmeinung auf seiner Seite !

    Sicher ist aber auch: Mit holzhammerartigen Stammtisch-Beschimpfungen
    offenbart der Autor mangelndes analytisches Feingefühl und begibt sich weit in die seichte Oberflächlichkeit die dem Boulevard-Journalismus eigen ist.

    “Wahrheit” ist ein vielschichtiges Phänomen. Die Darstellung von Sachverhalten kann, je nach Absicht des Darstellenden
    - unterschiedliche Interessen berücksichtigen
    - diplomatischen Überlegungen unterliegen
    - strategischen Erwägungen folgen
    - die Interessen unterschiedlicher shareholder / stakeholder im Auge behalten
    - auf Interessen-Ausgleich bedacht sein

    und vieles mehr.

    Ihre rhetorische Abschluß-Anmerkung unterstreicht (gewollt ?) die holzschnittartig angelegte Wahrheits-Auffassung des FTD-Artiklers:

    Dass “hochbezahlt” mit “[erwarteter]Vorbildfunktion” korreliert möchte ich stark bezweifeln.

    Frdl. Gruß

    Josh van Lensing

Kommentar schreiben

Abonnieren ohne einen Kommentar abzugeben