Strategem der Woche (1)
04.01.2008Ich halte viel von den asiatischen Künsten der Strategie. An erster Stelle sei hier natürlich Sun Tsu genannt. In seinem bahnbrechenden Werk “Die Kunst des Krieges”, welches vor über 2.000 Jahren verfasst wurde, legte er Grundzüge der Strategie dar, die heute noch gültig sind. “Die Kunst des Krieges” ist immer noch Pflichtlektüre asiatischer Manager.
Von Zeit zu Zeit werde ich an dieser Stelle das “Strategem der Woche” von Sun Tsu veröffentlichen. Sie sind nicht chronologisch oder nach Kapitel geordnet. Vielmehr bilden sie eine lose Abfolge sich selbst erklärender Lehrsätze.
“Führerschaft ist eine Sache der Intelligenz, der Glaubwürdigkeit, der Menschlichkeit, des Mutes und der Strenge.”
Sun Tsu hält diese Eigenschaften für essentiell. Nun kann jeder für sich selbst und für unsere “Anführer” in Politik und Wirtschaft selbst beurteilen, inwieweit sie diese Voraussetzungen erfüllen. Ich persönliche vermisse vor allem Mut (auch unbequeme und unpopuläre Dinge zu tun und zu sagen), Glaubwürdigkeit (mache ich klar, welchen Werten und Instanzen ich verpflichtet bin? Folge ich nur dem Geruch des Geldes oder der Meinung?) und Menschlichkeit. Menschlichkeit entsteht durch das Zugeben der eigenen Schwäche, und für die meisten ist das immer noch inakzeptabel. Man muss nach außen immer stark und kampfbereit sein, sonst “geht man unter”. Denkt man jedenfalls.
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Menschlichkeit, Intelligenz… sind nicht mehr als soziale Konstrukte. Verstehen wir dasselbe unter Menschlichkeit? Oder meinen wir das gleiche, wenn wir einen Menschen als intelligent bezeichnen? All diese “Eigenschaften” scheinen für mich nicht mehr lange zu existieren im sprachlichen Sinne. Z.B., das Wort “Charakter” wird nicht mehr so oft, wie früher benutzt, man spricht heutzutage öfter von “Einstellung” und “Motivation” usw…
Es ist in der Tat eine interessante Frage, wie siech Begriffe wie “Menschlichkeit” in der heutigen Zeit definieren lassen.
“Charakter” beispielsweise bringe ich mit “Ecken und Kanten” in Verbindung, mit einem eigenen Profil. Das heißt, ich vertrete meine Überzeugungen – die ja mehr sind als Meinungen – auch gegen Widerstände. Dieses “für etwas eintreten” fehlt mir.
Wenn ich für etwas kämpfe, kann ich scheitern. Die Gefahr des Scheiterns wird jedoch in unserer Gesellschaft so überhöht, dass man sie auf jeden Fall vermeiden will. Das Ergebnis sind Profillosigkeit und Populismus.
“Führerschaft ist eine Sache der Intelligenz, der Glaubwürdigkeit, der Menschlichkeit, des Mutes und der Strenge.”
Sehr gut: oh ja die qualitativen Werte (nicht messbar) sind das was in Zukunft Thema sein wird
Bruss
BLOGGER