Strategem der Woche (4)

Japanisches Schwert

In alten Zeiten machten vortreffliche Krieger sich zuerst unbesiegbar und warteten dann den Moment ab, in dem der Gegner sich verwundbar zeigte.

Unbesiegbarkeit liegt in dir selbst, Verwundbarkeit liegt im Gegner. Unbesiegbarkeit ist eine Sache der Verteidigung, Verwundbarkeit eine Sache des Angriffs.

Daher sind geschickte Krieger fähig, sich unbesiegbar zu machen, aber sie können nicht bewirken, dass der Gegner verwundbar ist. Daher heißt es, dass man einen Sieg zwar erkennen, aber nicht herbeiführen kann.

Verteidigung ist angezeigt in Zeiten des Mangels, Angriff ist angezeigt in Zeiten des Überflusses.

Sun Tsu

Hier ergeben sich einige interessante Aspekte:

  • Man kann und soll einen Kampf bereits entscheiden, bevor man ihn kämpft. Dies geschieht durch die realistische Kenntnis der eigenen Fähigkeiten sowie der gegnerischen Verfassung. Und wer von uns kann das schon von sich sagen?
  • Es braucht neben der eigenen Stärke auch Geduld, bis der Gegner geschwächt ist, bis er kein Geld mehr hat, keine Freunde und keine Allianzen mehr. Dann sollte man zuschlagen. Dieser Zeitpunkt liegt größtenteils außerhalb der eigenen Machbarkeit.
  • Einen Kampf zu erzwingen kann heißen, ins eigene Verderben zu laufen. Entweder es handelt sich um “Zeiten des Mangels”, die den Verlauf ungünstig beeinflussen, oder um andere Faktoren wie unvorhergesehene Gegner oder die eigene, auf Hochmut basierende, falsche Strategie.

Manchem mag diese Strategiebetrachtung kühl und berechnend vorkommen. Das ist sie auch. Dazu muss man wissen, dass Sun Tsu den Kampf für die letzte Alternative hält, quasi für eine Niederlage des Angreifenden. Dieser war unfähig, sein Ziel mit anderen Mitteln zu erreichen.

Dennoch bewahrt die Philosophie ihr glasklares Entscheidungsmodell. Auch wenn eine Sache abzulehnen ist: Muss man da durch, soll man schnell und mit größtmöglicher Konsequenz handeln.

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Datum: 08.04.2008 | Trackback-URL  | Artikel als PDF

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