Panik! Panik! Schweinegrippe!

06.05.2009
 

Podcast als MP3-Download

Heute im Radio: Mexico “kehrt langsam wieder zur Normalität zurück”. Ja was jetzt? Pandemie-Stufe 5? Das Virus in Hongkong? Meine Oma bunkert wieder Konserven? Und das war’s jetzt? Da komme ich mir doch leicht verarscht vor.

Übrigens: Es gab wieviele Tote in Mexico – ca. 300? Bitte nicht missverstehen: Jeder Tote durch die Schweinegrippe ist einer zuviel. Aber: Wer denkt denn an die jährlich 50.000 Alkohol-Toten in Deutschland? Oder an die jährlich 140.000  Abtreibungen hierzulande? Oder an die 200.000 Malaria-Opfer jedes Jahr weltweit?

Die Schweingerippe lehrt uns wieder einmal, dass wir Menschen viel zu sehr unseren Fokus auf Dinge lenken, die wir sehen (wollen) und solche vergessen, die nicht in unser Aufmerksamkeitsraster passen. Ach ja, vielen Dank auch an die Medien, die den Panik-Hype erst schüren und sich dann verkrümeln, als wäre nichts gewesen. Eingeschalten bzw. die Zeitung gekauft hat man dann ja schon.

So gesehen, könnte die ganze Welt ein Perspektiven-Coaching gebrauchen, das folgendes umfasst:

  1. Das Problem in die richtige Schwere-Dimension rücken (s. den Malaria-Vergleich).
  2. Expertenmeinungen durch eigene (rationale wie intuitive) Urteile ersetzen. Gerade in den Bereichen Medizin und Vorhersagen (also Statistik) sollte eine gewisse Demut einkehren, da wir viel mehr nicht wissen als wissen. Im Coaching ist das ja eine Grundregel: Sie sind der Experte für Ihr Problem und damit auch für die Lösung. Der Coach unterstützt Sie im Lösungsprozess.
  3. “Neben die Mauer schauen”, d.h. Dinge in den Fokus nehmen, die neue Perspektiven bergen bzw. das Problem nachweisbar kleiner machen. Oft ist das nur ein kleiner, aber sehr effektiver Schritt. Beispiel Schweinegrippe: In Deutschland gab es 6 Fälle. Jeder ging glimpflich aus. Ich tippe mal auf Gründe wie bessere medizinische Versorgung (als in Mexico), bessere hygienische Verhältnisse, bessere Ernährung. Machen Sie sich nicht nur klar, wie realistisch Ihr Problem ist, sondern auch seine Lösung. Treten Sie neben die Mauer, die sich vor Ihnen erhebt.

Wenn Sie dann das nächste Mal Nachrichten schauen, sind Sie viel weniger beeinflussbar, als Medien und Politik Sie haben wollen.

Artikel, die Sie interessieren könnten

  1. Warum wir lernen müssen, loszulassen
  2. Jeder Mensch ist ein wundervoller Gedanke Gottes
  3. Journalisten verstehen immer noch nichts von Coaching

Kategorie: Coaching, Videos & Podcasts | Trackback-URL

Kommentar schreiben

Abonnieren ohne einen Kommentar abzugeben