Quid pro quo, Dr. Lecter

28.07.2011

Das ist eine berühmte Dialogzeile aus dem Film “Das Schweigen der Lämmer”. Dort spielen die FBI-Agentin Clarice Starling und der verurteilte “Kannibale” Dr. Hannibal Lecter ein Psychospiel: Er enthüllt ihr Stück für Stück die Identität eines gesuchten Mörders, sie offenbart ihm immer größere Teile ihrer Biographie, ihres Gefühlslebens. Ein riskantes Spiel, das auf gegenseitigem Geben und Nehmen basiert.

Genau dieses Geben und Nehmen, eine gefühlte Gerechtigkeit, spielt in unserem Leben eine große Rolle: → Weiterlesen

Intuition ist selten eine Lösung

07.07.2011

Intuition ist “in” in der Weiterbildung. Es gibt Bücher über das Ausmaß an Intuition, das eine Organisation verträgt, Bücher über den Weg zur eigenen Intuition und Bücher über Intuition als Königsweg zur Entscheidungsfindung.

Wie in den meisten Moden steckt auch in der “Intuitionsmode” ein wahrer Kern. Die Leute haben einfach keine Lust mehr, groß über Probleme nachzudenken. Sie sind müde und abgearbeitet von der Vielzahl von Problemen, mit denen sie konfrontiert sind und der Komplexität der Probleme. Da erscheint der Weg der Intuition verlockend einfach, sozusagen Instant-Entscheidungen ohne große Anstrengung. Man lauscht ein wenig in sich hinein und kratzt seinen Mut zusammen, seinem “Bauchgefühl” zu vertrauen. Voila, das war’s. Hinzukommt eine neue, diffuse Sehnsucht nach “Gefühl”. Die Menschen wollen wieder “menschlich” sein, nach der großen rational-technologischen Welle der letzten Jahrzehnte. Deswegen boomt die Eso-Szene momentan so stark. → Weiterlesen

Burnout als Einzelleiden – was soll der Mist?

21.06.2011

Und schon wieder lese ich einen Artikel, bei dem mir der Hut hochgeht, diesmal in der ZEIT. Natürlich geht es wieder um Burnout und wie der Einzelne für sich sorgen soll, dass die Burnoutler ja alle so perfektionistisch sind etc. Alles am Beispiel der anonymisierten Projektassistentin “Carla Große” erzählt.

Dabei stehen die wahren Gründe schon im ersten Drittel des Artikels: “Der Projektleiter merkte schnell, was er an ihr hatte und zog sich immer mehr aus dem Projekt zurück – noch mehr Arbeit für Große.” Die Ursachen dieses Burnouts sind also struktureller bzw. organisatorischer Natur, die Folgen sind individueller Natur. Wie lange wollen wir uns eigentlich → Weiterlesen

Rezension: Preußen – ein Beispiel für Führung und Verantwortung

17.06.2011

Lassen Sie sich auch so leicht ablenken?

15.06.2011

Kürzlich wollte ich wieder einmal joggen gehen. Nachdem ich bei neun von zehn Gelegenheiten den Sportler in mir erfolgreich niedergerungen hatte, gab ich dem lautlosen Klagen meiner Joggingschuhe nach und beschloss, loszulaufen.

Bevor ich aufbrach, kam mir plötzlich die Idee, meinen MP3-Player mitzunehmen. Wenn ich schon laufen “müsste”, dann könnte ich mich wenigstens von der Musik meiner Wahl berieseln lassen. Ich dachte ein wenig daran herum und ärgerte mich schließlich über mich selbst. Im Grunde ging es mir gar nicht um die Musik. Sondern darum, mich von der lästigen “Pflicht” des Joggens abzulenken. Mich quasi über das Erlebnis der Anstrengung hinwegzustehlen. → Weiterlesen

“Ich habe mein Handy kaputtgetreten”

02.06.2011

Vor vielen, vielen Jahren, als das Internet in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte, gab es eine witzige Printwerbung: Sie zeigte einen dicken Mann in schreiendem Hawaii-Hemd mit grandios unsympathischer Ausstrahlung und schwarzem Balken über den Augen. Eben Kategorie BILD-WasfüreinDreckskerl-Aufmachung. Schlagzeile: “Ja, ich bin ein anonymer Surfer!” Mit dieser Anzeige warb damals ein Internet-Provider für seinen DSL-Zugang.

Ein ähnlich entschiedenes Statement zu digitalen Techniken, wenn auch in anderer Form und Richtung, liefert heute Thomas Hoeren, Professor für Telekommunikation an der Uni Münster im Interview mit der ZEIT ab. → Weiterlesen

Kritischer Blick auf die Coaching-Branche

29.05.2011

Ich sehe dunkle Wolken am Himmel, die ein reinigendes Gewitter ankündigen. Die Auseinandersetzung um das Berufsbild von Coaches in Deutschland wird klarer, ehrlicher, heftiger. Die Branche braucht das. Den jüngsten Klarstellugnsartikel – den ich voll unterschreiben kann – liefert Svenja Hofert, bezeichnender Titel: Wer nichts wird, wird…Coach? → Weiterlesen