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 Alltagsnotizen eines Psychologen



Manager-Gehälter und der Populismus der Politik

10.12.2007

Verfolgen Sie auch die Debatte um die Manager-Gehälter? Für mich hat die Angelegenheit etwas Verlogenes.

Josef Ackermann (© Reuters)Wieder einmal reißt die Politik ein Thema an sich, bei dem sie glaubt, populistische Punkte im Volk sammeln zu können. Und wie das mit populistischen Sprüchen ist, werden unterschiedliche Ebenen vermischt, damit man dem Bürger das Denken erspart.

Selbstverständlich gibt es “Versager” in deutschen Management-Positionen, und in diesen Fällen verletzt es natürlich das Gerechtigkeitsgefühl, beispielsweise einen Herrn Schrempp mit gut gefülltem Säckel von dannen ziehen zu sehen. Doch das sind, zumal in dieser spektakulären Größenordnung, Einzelfälle. Das Einstreichen von enormen Abfindungen und ähnlichen Zahlungen bleibt eine Frage des Arbeitsvertrags und der individuellen Moral. Auf dem Papier stehen zum Beispiel Herrn Zumwinkel seine Aktienoptionen zu; rechtlich ist das völlig in Ordnung. Da kann Berlin noch so mit den Flügeln rauschen. Nur der Zeitpunkt der Einlösung war sehr ungünstig gewählt und enthüllt ein so schwach ausgeprägtes politisches Gespür, dass man sich nur wundern kann. (Mittlerweile hat Herr Zumwinkel sein Handeln öffentlich als Fehler eingestanden.)

Die politische Klasse schürt bewusst den Neid-Reflex des Volkes, um politisch “Kasse zu machen”. Insofern stimme ich Herrn Wiedeking zu, der sich von den Vorwürfen der Kanzlerin nicht angesprochen fühlt. Warum auch? Er ist ein fähiger Manager, der das Ruder bei Porsche herumgerissen hat und nun den wohlverdienten Lohn einstreicht.

Es wird immer Einkommensunterschiede geben. Aufgabe der Politik muss sein, diese Unterschiede nicht zu nivellieren, sondern in Konflikten zu moderieren. Der Bürger erkennt in der Regel ein hohes Einkommen für eine hohe Leistung an. Wo er dies nicht tut, muss die Politik ein fairer Schiedsrichter für die allgemeinen Regeln und nicht für verzerrende Einzelfälle sein. In dieser Hinsicht hat sie in der aktuellen Debatte auf ganzer Linie versagt.

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Kategorie: Geld & Erfolg, Management & Führung | Trackback-URL

1 Kommentar


  1. Hallo,

    die Debatte über die Managergehälter ist jetzt inmitten der Finanzkrise noch dringlicher zu diskutieren, als sie damals zu Zeiten von Herrn Ackermanns Fehlauftritten notwendig war.

    Vielleicht wollen Sie meinen Artikel über die Einführung eines gesetzlich geregelten Maximal-Lohns lesen?
    http://utanapischti.blogspot.com/

    Viele Grüße
    Utanapischti

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