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 Alltagsnotizen eines Psychologen



Führen mit Werten: Entschlossenheit

20.01.2009

Die japanischen Samurai hatten ein Ideal: Triff jede Entscheidung, ob groß oder klein, innerhalb von sieben Atemzügen. Sieben Atemzüge! Probieren Sie das mal aus. Bei der Karte im Restaurant geht das ja noch, aber beim Hauskauf? Ist das nicht unrealistisch, ja verantwortungslos?

Wie bei den meisten Idealen gilt auch hier: Das Ziel kann zu Lebzeiten sehr selten erreicht werden; dennoch muss man es trainieren. Auch heute noch müssen wir unseren “Entscheidungsmuskel” regelmäßig einsetzen. Sie müssen ja nicht mit einem Haus anfangen. Gehen Sie in ein Restaurant und bestellen Sie nach EINEM Blick auf die Karte. Für manche ist das schon eine echte Herausforderung.

Was haben sich die Samurai eigentlich dabei gedacht? Nun, sie wollten trainieren, wie es ist, auch mit falschen Entscheidungen zu leben. Und falsche Entscheidungen treffen wir im Leben nun mal. Der eine mehr, der andere weniger. Und hier kommen wir zum Thema “Führen”. Manager müssen gerade jetzt lernen und der Belegschaft vermitteln, dass sie Entscheidungen treffen und verantworten. Gerade in der Krise. Jetzt sind an der Spitze echte Männer (und echte Frauen!) gefragt. Diese sollten vor allem die 40% der Mitarbeiter, die kein Vertrauen mehr in ihren Firmenchef haben, übrzeugen.

Falsche Entscheidungen gehören zum Leben. Aber lieber eine falsche Entscheidung treffen und dazu stehen (denn das ist nicht das Ende der Welt, auch nicht der strategischen Unternehmensführung) als gar nichts tun und das Vertrauen der Mitarbeiter verlieren. Denn DANN können Sie entscheiden, was Sie wollen – es wird nur noch zögerlich umgesetzt werden.

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Kategorie: Management & Führung | Trackback-URL

2 Kommentare


  1. Meiner Ansicht nach ist genau das ein sehr großes Problem vieler sogenannter Führungspersonen in Betrieben. Die Unlust, Entscheidungen zu treffen, getreu nach dem Motto: “Was schlagen Sie denn vor, Herr XY”. Weil dann kann die Verantwortung wunderbar abgeschoben werden im Falle einer Fehlentscheidung und das “Bauernopfer” wird seinen “Kopf” verlieren.


  2. In größerem Stil gibt es das Phänomen auch mit Unternehemensberatungen. Da wird McKinsey ins Haus geholt, um unangenehme Entscheidungen zu verargumentieren und schließlich zu exekutieren. Geht’s schief, war’s ja nicht das Top Management.
    Zu diesem Thema hat Thomas Leif ein gutes Buch geschrieben.

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