Warum einen Dipl. Psych. als Coach?

08.01.2008

Eine der Grunddiskussionen der Coaching-Szene ist die Frage, welchen beruflichen Hintergrund ein Coach haben sollte:

  • Soll er aus derselben Branche wie sein Klient stammen?
  • Soll er Führungserfahrung haben?
  • Gibt es Auschlusskriterien? Wenn ja, welche?

Diese und andere Fragen beschäftigen Coaches und Klienten. Ein Coaching ist ja immer auch eine Investition. Man gibt gutes Geld und will dafür Qualität haben.

Meiner Meinung nach ist psychologisches Wissen und praktische Erfahrung für das Coaching, das ich betreibe – prozessorientiert und weniger fachorientert – eine zwingende Voraussetzung. Dabei muss es sich nicht unbedingt um ein fünfjähriges Studium handeln. Doch auf die eine oder andere Art sollte ein psychologisch tätiger Coach fundierte Erfahrungen in der kommunikativ-psychologischen Arbeit mit Menschen mitbringen. Er sollte ein Verständnis von menschlichem Denken und Handeln mitrbingen und Menschen wohlwollend gegenüberstehen. Halten Sie das für trivial? Das ist es nicht. Es gibt genug Coaches, die als “Gurus” Klienten ihre Sicht der Dinge als die allein seligmachende verkaufen.

Ich selbst habe bereits während des Studiums zwei Jahre in einer psychotherapeutischen Praxis und danach unter anderem ein Jahr als Therapeutische Lehrgangsleitung mit jungen, verhaltensauffälligen Menschen gearbeitet. Dabei habe ich nicht wenige Untiefen und Abgründe der menschlichen Seele kennengelernt.

Das Entscheidende ist: In der ernsthaften psychologischen Arbeit mit anderen Menschen kommt man um eine Selbstreflexion nicht herum. Das ist gut so. Wenn ich besser mit mir im reinen bin, lenken mich meine Gedanken weniger ab. Ich konzentriere mich auf die Inhalte der Kommunikation und nicht auf das, was sie in mir auslösen.

Zusammengefasst lassen sich folgende Vorteile eines Dipl. Psych. als Coach festhalten:

  • Fundierte Kenntnis und Erfahrung menschlicher Verhaltens- und Kommunikationsweisen durch mehrjähriges Studium und Berufserfahrung
  • Gesetzlich verbriefte Schweigepflicht nach § 203 StGB (diese gilt eben nicht für Coaches ohne heilberuflichen Ausbildungsabschluss)
  • Qualifizierte, institutionalisierte Ausbildung (im Gegensatz zu den Hunderten im Umlauf befindlichen “Coach-Ausbildungen” und “Zertifikaten”)
  • Ständige Weiterbildung und Austausch in Branchenverbänden und Fachpublikationen
    Ausrichtung an den ethischen Standesrichtlinien des BDP (Berufsverband Deutscher Psychologen)
  • Keine Sektenzugehörigkeit, kein “Guru-Phänomen”
  • Keine esoterischen oder ideologischen Praktiken unter dem Deckmantel der Seriösität

Artikel, die Sie interessieren könnten

  1. Der Coach als Marke
  2. Sinn und Unsinn von Coach-/Trainer-Portalen
  3. Nachgehakt: Finden Klienten von selbst den Coach, der zu ihnen passt?

Kategorie: Weiterbildung | Trackback-URL

Kommentar schreiben

Abonnieren ohne einen Kommentar abzugeben