Die Weiterbildungstrends 2009
12.01.2009Nicole Bußmann setzt sich in Ihrem managerSeminare-Blog mit den Trends in der Weiterbildung 2009 auseinander. Herausgreifen und kommentieren möchte ich:
- Kurzzeit-Orientierung. Immer mehr Weiterbildungsangebote werden dem Trend der Zersplitterung bzw. Komprimierung folgen. Keine 3-Tages-Seminare, sondern kompakte 1-Tages-Workshops mausern sich zur Königsklasse der Flipchart-Unterhaltung. An sich nichts Schlechtes; hier und da können Anbieter ihr Angebot sicher noch straffen. Allerdings ist die Grenze zum seichten Häppchen fließend. Richtig interessant wird es, wenn neue Formen der Vermittlung entstehen (ich gebe offen zu, dass ich keine Ahnung habe, was “Blue-Hour-Seminare” sind).
- Kultur der Beteiligung. Zitat Bußmann: “Der alles wissende, autoritär agierende Lehrer bzw. Trainer ist out.” Finde ich gut; keine Einwände. Besonders, da ich diese Entwicklung selbst in einem früheren Artikel postuliert habe.
- Video bzw. Neue Medien. Dies betrifft den gesamten Web 2.0-Bereich, der auch unter Trainern, Coaches und Beratern teilweise noch brachliegt. Mancher 50-jährige Trainer traut sich einfach noch nicht recht heran an die technischen und Marketing-Möglichkeiten, die ihm das Netz bietet. Nicht umsonst halte ich Vorträge zu diesem Thema, zum Beispiel in München und Hamburg.
- Coaching. Diese PE-Maßnahme kommt immer mehr aus der Nische heraus und findet zunehmend auch in breiteren Unternehmensschichten Akzeptanz – was mich als Coach natürlich freut. Ich sehe da ein Rennen zwischen der einsetzenden Popularität auf seiten der Unternehmen einerseits und einer notwendigen Marktbereinigung andererseits. Will sagen: Hoffentlich haben sich unseriöse Coaches großflächig vom Markt verabschiedet, bevor engagierte Firmen schlechte Erfahrungen mit ihnen machen und das zarte Pflänzchen “Vertrauen in Coaching als wirksame PE-Maßnahme” wieder eingeht.
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Jahrgang 1975, Diplom-Psychologe mit Hang zur IT, Coach, Autor und hoffnungs- loser Jazz-Fan. Motto: "Es gibt im Leben nur einen richtigen Weg: den eigenen."
Ein reiches gutes Jahr!
Ein Meisterstueck aus einer geerbten privaten Biblioteck habe ich zur Nummer eins meine Sommerferienlektuere gewaehlt, Alte Medien und alte Ideen bzw Erfahrungen zeigen Wege zum Erfolg, die vielleicht heute anders getarnt uns kommuniziert, in Grunde genommen menschlichen Notwendigkeiten diskutieren, wo die schoene Deutsche Sprache es erlaubt. dieses ganz einfach als ” sich in der Not zu wenden” zu verstehen ist.
Coaching Pralinen sind im Buch SICH SELBST RATIONALISIEREN, Vorberetende Einfuehrung in den elementaren Teil de Grossmann – Methode. Erste Auslage 1927 ,( ich laas die 18te in 1957 neu bearbeitete Auslage) zu finden. Druck Oberbeirischen Volksblatt, Rosenheim. Ratio – Verlag Treu Grossmann Muenchen 13 Georgenstrasse 2
“Wichtiger, als das Gedaechnis zu ueberbuerden, ist es, sich die Faehigkeit anzueignen, jedes benoetigte Wissen finden zu koennen, und noch wichtiger ist die Faehigkeit, das erworbene zu verwerten”
“Unser Gehirn ist kein Museum, kein Raritaetenkabinett, keine Rumpelkammer um alles moegliche oder unmoegliche aufzubewahren.”
Der Author zitiert Goethe zu Eckermann: “Koennte man nur den Menschen nach dem Vorbild der Englaender weniger Philosofie und mehr Tatkraft, weniger Theorie und mehr Praxisbeibringen!”
“Lernen, ohnen das Gelernte bald praktisch zu verwenden, ist sachaedlich!”
Auch von Gustav Grossmann “Gefahren und Schwierigkeiten meistern” enthaelt bestimmt auch interessante “timeless drops” um die noetige Hueftenbewegung zu Zeiten neuer Herausforderungen der heutigen Musik anzupassen
Dietrich Schmidt, stolzer Fallschirmjaeger, im Jahre 2008 verstorben, Danke fuer die Buecher.
Gruesse aus Brasilien
Hans Schaeffer
Hallo Herr Schaeffer,
Auf der einen Seite stimme ich Ihnen zu:
Wissen, das man sich aneignet, soll auch einen praktischen Bezug zu den Problemen haben, die man lösen muss. Auch die Neurobiologie bestätigt, dass sich das Gehirn nach öfter benutzten “Vercshaltungsbahnen” ausrichtet. Salopp gesagt: “Use it or lose it!” Sobald ich motorisch oder geistig bestimmte Dinge nicht mehr tue, verliere ich nach und nach die Fähigkeit dazu (in gewissem Umfang). Aus dieser Sicht entsteht beispielsweise auch die Debatte: Wird unsere Jugend immer dümmer oder bildet sie nur andere hirnorganische Fähigkeiten aus? (Das ist jedoch eine Diskussion, die ich hier gar nicht führen will.)
Ich selbst bin ein großer Verfechter der geistigen Flexibilität und der Improvisation. Will sagen: Ich muss nicht überall der beste sein, sollte aber über die Meta-Fähigkeit verfügen, möglichst schnell über neue Gebiete möglichst viel (praxisrelevantes) Wissen zu erlangen, falls nötig.
Andererseits:
Gerade in unserer heutigen Zeit geschieht die Konzentration auf praxisrelevantes Wissen – eben: Rationalisierung – oft aus dem falschen Motiv heraus: Ökonomisierung. Ökonomisierung auch in Bereichen, wo sie nichts zu suchen hat:
Vielleicht kann man beide Seiten so vereinen: Auf der Ebene der Einzelperson ist es durchaus angebracht, sich zu “rationalisieren” und dabei flexibel auf neue Probleme zu reagieren. Die Gesellschaft als Ganzes muss darauf achten, nicht alles unter die Knute der Rationalisierung und Ökonomisierung zu zwingen. Und schließlich macht es es ja auch Freude, sich gerade einem Gebiet zu widmen, mit dem man eventuell auf den ersten Blick so gar nichts zu tun hat: das, was man gemeinhin als “Hobby” oder “Passion” bezeichnet…
P.S. Das von Ihnen angesprochene Buch kann man in seiner neuesten Ausgabe von 1993 kaufen.
Herzliche Grüße nach Brasilien,
Hallo Herr Vaeth ,
Volkommen einverstanden. Was mir aus dem erwaehnten Buch passt ist der analytische Inhalt des menschlichen Verhaltens, nicht das organisatorische Planungstrainingprogramm, diese Kapitel die mit Rationalisieren zu tun haben, habe ich uebersprungen.
Aktuelle Kapitel noch nach 80 Jahren sind
A) Erfolgsfaktoren, eingebildete und wirkliche
B) Das Wesen der menschlichen Arbeit und des Arbeits-Ergebnisses
H) Die persoenliche Leistungsfaehigkeit steigern (der beste Inhalt des Buches)
In diesem Kapitel
H) VII. Faehigkeiten erwerben, steigern, verwerten
H) VIII. Wissenschaftlich arbeiten
H) IX. Schoepferisch arbeiten
I) Die persoenliche Erfolgsfaehigkeit steigern
Weiterbildung in Krisenzeiten, auch hier :
Mein 23 jaehriger Sohn, Maschinenbauingenieur, seit einem Jahr Trainee bei einer grossen US Autoteilhersteller in Sao Paulo, berichtet heute die Ansage des Personalschnitts: Eine der 3 Schichten eingestellt (300 neue Arbeitslose) plus Kurzarbbeit, freier Montag fuer 3 Monate und ensprechende Gehaltkuerzung. (GM hat hier gestern 800 entlassen, usw. ) Viele Firmen kommen erst naechste Woche aus den Betriebssommerferien zurueck, und der facão (grosses Messer) wird ueberall erwartet.
Die entsprechende Notwendigkeit als positive opportunity zur Weiterbildung:
Werde meine Beratungskundenbesuche auf Montags planen und meinen Jungen dabeihaben koennen!
Kapitel I) VII. : Vaeter, lehrt Eure Kinder verdienen!
Dein Schwager hat vollkommen Recht und richtig, aber hauptsaechlich reagiert. Hier in Brasilien waren in den 70 Jahren, trotz Militaerregierung die oeffentlichen Schulen von top Qualitaet, und es gab kaum Privatschulen. Als die Qualitaet fiel, statt zu reagieren, haben die Eltern die es finanziell konnten, Ihre Kinder in Privatschulen versetzt, die sich entsprechend exponentiell vermehrt haben, und der Gap zwischen Privat und Staatlicher Ausbildung konnte nie mehr aufgeholt werden. Man sucht die Schuldigen, sind aber auch die Eltern, denen es einfacher fiel, den obwohl teueren Wechsel auf Privat zu foerdern, anstatt um die konstitutionelle Verantwortung unserer Governanten auf eine anstaendige Erziehung zu kaempfen.
Zur Diskussion: ein Kunde fragte mich gestern meine Meinung, zur globalen Krise:
Meine Neigung zum geschichtlichen flashback (meine Tochter ist Jornalistin und Historikerin) brachte eine spontane Antwort:
Wir erleben WW III , mit anderen Kriegsverletzungen.
Der Neueaufbau kann eine gute Moeglickeit sein in einem globalem Projekt Energie, Finanzen und Armutsverminderung unter einen globalen Nenner zu bringen. Die Herrschaften werden im winterlichen Davos heisse Tagungen haben.
mit freundlichen Gruessen
Hans Schaeffer