Die Frauenquote und die Evolution
16.03.2010Die Welt macht Ernst mit der Frauenquote. In Deutschland zieht von den Konzernen als erster Rene Obermann bei der Telekom nach vorn, der seinem Unternehmen bis 2015 eine ManagerINNEN-Quote von 30% ins Kursbuch schreibt. Oder Indien, wo Frauen eine Quote für das Parlament erkämpft haben.
Die Diskussion um Frauenquoten ist schwierig, die Facetten zahlreich. Auch in meinem Blog führen die Leser zum Beispiel zum Thema Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen eine kontroverse Debatte. Neben all den gesellschaftlichen, strukturellen und emotionalen Befindlichkeiten möchte ich auf eine andere hinaus, die so gar nicht auftaucht: die evolutionsbiologische.
Ich begrüße die Frauenquote, und zwar aus einem einzigen Grund: Frauen haben ein anderes Problemlöseverhalten als Männer. Nicht umsonst erzielen gemischtgeschlechtliche Teams in Tests die besten Ergebnisse. Männer sind deswegen nicht dümmer oder sozial inkompetenter, wie gerne dargestellt wird. Im Gegenteil: Was Kreativität, Entschlossenheit gegen Widerstände und Optimismus angeht, liegen Männer vorn. Auch bei der Intelligenz sind die Männer in den Extrembereichen, Genie einerseits und Schwachsinn andererseits, häufiger vertreten. Die Natur probiert am Mann einfach mehr aus, einfach weil sie es sich leisten kann.
Doch ein System, das sich selbst kontrollieren muss (ein Team, ein Parlament, der Vorstand eines Unternehmens) produziert häufiger schwere Fehler, wenn alle Teile des Systems gleich sind. Wenn sie zum Beispiel nur aus Männern (oder nur aus Frauen!) bestehen. Wer sehen will, wohin die fehlende Selbstkontrolle eines Systems aufgrund Betriebsblindheit geht, muss sich nur die katholische Kirche anschauen. (Die ZEIT schrieb kürzlich: “Jeder liberale Katholik muss ja gerade leiden wie ein Hund.” Und so fühle ich mich tatsächlich.)
Daher ist es für mich eine Frage des wirtschaftlichen, spirituellen und globalen Überlebens, ob es uns gelingt, mit kompetenten Männern und Frauen die Probleme in unseren Städten, unseren Unternehmen, unserem Land und der ganzen Welt zu lösen.
UPDATE: Wie ich gerade sehe, hat mein Kollege Jochen Mai eine andere Meinung zu diesem Thema. Trotzdem lesenswert. ![]()
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