Das ultimative, endgültige Change-Konzept

Heute habe ich die neueste Ausgabe der managerSeminare aus meinem Briefkasten gefischt. Die know how-Beilage war diesmal überschrieben mit “Strategien fürs Change-Management”.

Zu den meisten Change Management – Konzepten habe ich eine klare Meinung: Ich halte sie für Müll. Und das hat nicht einmal etwas mit den Change-Managern zu tun.

Bei, sagen wir, 90% aller Change-Prozesse fehlt eine glaubhafte Identifikation und Kommunikation der Geschäftsführung bzw. des Top-Managements. Daher schlage ich hiermit ein Change-Prozess vor, der ultrahart die neuesten Konzepte und state-of-the-art-Methoden auf sich vereint:

DEMUT. Ich möchte den Satz des Managements hören: Ja, wir haben den Karren in den Dreck gefahren. Es tut uns leid. Wir dachten, wir wären die Master of the Universe, aber das Schicksal, die Börse oder Yoda (der kleine grüne Kerl aus Star Wars) waren einfach gegen uns.

VERGEBUNG. Per E-Mail, schwarzes Brett oder Brieftaube sollen die Arbeitnehmer um Verzeihung gebeten werden: Bitte gebt uns noch eine Chance. Auch wenn es jetzt noch schwerer ist, uns zu vertrauen. Wir haben unsere Lektion gelernt.

EHRLICHKEIT. Es wird tabula rasa gemacht. Schluss mit Taktieren und Politik. Der Oberindianer muss klarmachen: Ja, ich gehe einen neuen Weg. Ja, es ist wirklich so schlimm. Nein, von den Banken gibt’s leider auch nichts mehr. Ja, es wird Kündigungen geben. Ja, auch wir vom Management haben deswegen schlaflose Nächte, denn entgegen anderslautenden Gerüchten haben wir kein Herz aus Stein und kein Hirn aus Käse.

TRANSPARENZ. Uninformierte Mitarbeiter sind ängstliche Mitarbeiter. Versuchen Sie’s mal mit der ganzen Wahrheit. Die Leute halten das aus, glauben Sie mir. Und sind froh, dass man sie endlich mal für voll nimmt.

Soweit zum unschlagbaren Change-Konzept. Dafür zahlen Sie bei McKinsey einen siebenstelligen Betrag; hier gibt’s das gratis. Und für die Details holen Sie sich dann einen Change Manager.

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Datum: 25.05.2009 | Trackback-URL  | Artikel als PDF

3 Kommentare

  1. Fühlt sich ganz komisch an, wenn man irgendwo mal einfach die nackte Wahrheit hört. So ging es mir jedenfalls.

  2. Glaube kaum das es diese Tipps bei McKinsey für einen siebenstelligen Betrag gibt.
    Soviele Beratungsverträge die die haben müsste es dann ja ab und an funktionieren :-)

    Beste Grüsse
    Jürgen

  3. Ja, sollte man meinen. Übrigens gibt es über McKinsey und Co. ein super Buch: Thomas Leif, Beraten & Verkauft.

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