Coaching in Zeiten der Wirtschaftskrise

Die Menschen haben Angst. Um ihren Arbeitsplatz, um ihre Zukunft. Die Wirtschaftskrise ist dank des medialen Dauerfeuers in aller Köpfe, und man kann wohlbedachtes Mahnen von Panikgeschrei nicht mehr unterscheiden. Jeden Tag “schockiert” ein neues Unternehmen mit seinen Umsatzzahlen; ich kann das Wort schon nicht mehr hören. “Desaster”, “Katastrophe”, “Milliardengrab” erleben ebenfalls eine selten dagewesene Popularität.

Macht Coaching in einer solchen Situation Sinn? Dazu ein ganz klares JA.

Na toll, denkt sich mancher, als Coach würde ich das auch sagen. Damit verdient der schließlich seine Brötchen. Darum hier einige Argumente für Coaching in Zeiten der Wirtschaftskrise:

  1. Beispiel Karriere- und Bewerbungsberatung. Das macht jetzt Sinn, gerade weil soviele Arbeitnehmer entlassen werden und auf dem Markt verfügbar sind. Sie als Arbeitnehmer müssen Ihren USP, Ihren “unique selling point” in Persönlichkeit und Fachkompetenz a) nicht nur finden, sondern b) auch kommunizieren können. Und dann auch noch c) wissen, wo im Markt gerade Ihre Nische besetzt wird. Da stoßen “normale” Arbeitnehmer schnell an ihre Grenzen: hinsichtlich der Einschätzung ihrer Persönlichkeit und Fähigkeit, der Potenzialanalyse und der Markterfahrung.
  2. Beispiel Burnout. Die Leute, die das Glück hatten, nicht entlassen zu werden, müssen jetzt halt den Job für zwei erledigen. Oder ihre Misere hat sich schon vor der Krise angekündigt, und Lehman Brothers hat das Höllen-Hamsterrad nur noch beschleunigt. Umso schneller sollten Sie da raus. Nur wie?
  3. Beispiel Existenzangst. Wenn uns das Wasser bis zum Hals steht und wir Panik bekommen, passiert in der Regel folgendes: Wir bekommen einen Tunnelblick (“Weg mit der überflüssigen Information! Ausgang suchen!”), unser Perspektivendenken verkürzt sich (“Was interessiert mich 2010? Ich brauche jetzt eine Lösung!”), unser Fluchtreflex wird aktiviert (“Nur weg, egal wohin!”). Das Ergebnis: Schlaflosigkeit, Angst, Reizbarkeit, Hoffnungslosigkeit. Ein guter Coach sortiert mit Ihnen Ihre Situation, stellt einen Plan auf, wie Sie Ihre Angst überwinden und bietet neue Perspektiven.

Natürlich kostet Coaching Geld. Die Frage lautet jedoch nicht: Kann ich mir das leisten? Sondern: Kann ich es mir leisten, es nicht zu tun?

Beispielrechnung: eine Karriereberatung mit professionellen Dokumenten, persönlicher Standortanalyse und Marktstrategie. Kommt für eine Führungskraft bei, sagen wir, 12 Coaching-Stunden auf ca. € 1.700.- brutto. Jetzt rechnen Sie mal gegen, wieviele Stunden Sie sich schon alleine abgemüht haben – ohne eine professionelle Reflexion Ihrer persönlichen Stärken und Schwächen, mit eher mittelmäßigen Dokumenten und einer nur ungefähren Vorstellung, was es denn beruflich sein darf. Diese Stundenzahl, multipliziert mit Ihrem eigenen “Stundensatz” ergibt ungefähr Ihre bereits investierte Summe. Und? War das Ergebnis das Investment wert?

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Datum: 25.02.2009 | Trackback-URL  | Artikel als PDF

1 Kommentar

  1. Grade in der heutigen Zeit mit Finanz und Wirtschaftskriese ist das Thema Coaching so eine Sache, in dem Punkt ob man es sich leisten kann und was einem bringt. Jetzt wo alle die Euros X-Mal umdrehen beim rechnen werden es wohl nur die schaffen in der Coaching-Branche die entweder einen guten Ruf haben oder anderweitig positiv auffallen.

    Coaching kann helfen, wobei es meiner Meinung nach immer noch auf den Coach ankommt der das Coaching macht. Wenn der typ nicht klar rüberkommt, dann ist das ganze Seminar für’n…..

    Bournout kann einen Coach wohl genau so treffen wie jeden anderen auch.

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