Coaching als öffentlicher Striptease

11.08.2007

Der Trend zum Coaching erreicht die TV-Formate. Jetzt plant der öffentlich-rechtliche SWR eine vierteilige Doku-Soap (“Hauptsache Arbeit”), in der ein Coach jeweils einem Arbeitslosen helfen soll, einen Job zu finden.

Dies ist die SWR-Seite mit Beschreibung und Sendedatum:

Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, was ich davon halten soll. Einerseits bringt es der Methode Coaching an sich neue Aufmerksamkeit, andererseits fehlt das Element der Vertraulichkeit, der Diskretion – was meiner Meinung nach zum Kodex gehört – völlig. Auch die PR-Phrase, es werde “die gesamte Persönlichkeit” analysiert, stimmt mich nicht fröhlicher…

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Kategorie: Coaching etc. in den Medien | Trackback-URL

2 Kommentare


  1. Ich denke genauso darüber. Vertrauen ist die Grundlage zwischen Coach und Klient und nur so kann ein erfolgreiches Coaching durchgeführt werden. Leider gibt es mittlerweile zu viele Sendungen in denen die
    Grenzen der Privatsphäre des Menschen nicht mehr geachtet und absolut überschritten werden. Gerade Menschen in Notsituatuionen sollten sich an Spezialisten oder Fachkräfte wenden und nicht an die Medien. Wer profitiert denn am Ende davon….bestimmt nicht der Hilfesuchende, oder ?


  2. In erster Linie natürlich der Sender…und der Coach, der sich so einem breiten Publikum präsentiert.

    Auf einer Meta-Ebene könnte man sagen, das Problem bestehe darin, dass ein Subjekt (also der Klient, die Hauptsache, der Kern des Ganzen) zum Objekt wird. Er wird für die Quote benutzt und instrumentalisiert.

    Ich würde ehrlich gerne die Argumente eines Fernsehmachers hören, der die Ausstrahlung einer solchen Sendung verteidigt und ob diese Argumente den “öffentlichen Striptease” rechtfertigen. Nach Talkshows, Gerichtsshow, Psycho-Tränen-Massage sind jetzt eben die Arbeitssuchenden dran.

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