Bundesagentur für Arbeit = Schilda

27.08.2009

Die Bundesagentur für Arbeit will in den nächsten Wochen 5.000 neue Mitarbeiter einstellen. Offenbar rechnet man im Herbst mit einem drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen (genauso übrigens wie die IG Metall oder Vertreter der Industrie wie Hakan Samuelsson von MAN).

So weit, so gut. Für einen solchen Ansturm will man natürlich gerüstet sein. Nun hat mein Kollege Thorsten zur Jacobsmühlen bei der Agentur für Arbeit nachgefragt, wie man denn an die Tausende neuer Mitarbeiter kommen wolle. Das Gespräch mit der Dame von der Pressestelle (!) der BfA liest sich wie schlechtes Kabarett, ist aber leider real.

Warum man sich zum Beispiel nicht gezielt auf eine der 5.000 Stellen bewerben könne (die Such-Selektion nach Firmen gibt die Datenbank der BfA nicht her)? – Das sei sowieso nicht gewünscht, weil – und jetzt kommt’s:

Die [Firmen] wollen ja nicht das sich da jeder bewirbt. Da würden sie Leute ja nur nach den Firmen suchen wo sie gerne arbeiten wollen. [Rechtschreibung übernommen]

Nein, tatsächlich? Wo gibt’s denn sowas: Leute, die sich wirklich vorher Gedanken machen, wo sie arbeiten wollen? Doch so etwas wird bei der BfA anscheinend nicht eingeplant.

Wie man denn als Bewerber denn dann die 5.000 Stellen finden solle?

Wir suchen selbst die Passenden. Es werden ja auch verschiedene Qualifikationen benötigt. Da passt halt nicht jeder.

Gott sei Dank. Nicht nur dass man die Stellen sowieso im Angebot nicht gesondert finden kann; sie werden auch speziell aus der hauseigenen Datenbank besetzt. Ich dachte schon, irgendwas laufe hier falsch. Aber es hat schon sein Logik. Thorsten zur Jacobsmühlen in seinem Fazit:

Die Bundesagentur für Arbeit rührt in allen Medien die Werbetrommel für 5000 Jobs und da gibt es keine Suchfunktion nach Arbeitgeber in der Stellenbörse, keine extra Website für diese Aktion oder wenigstens ein paar Qualifikationsprofile und Bewerbungsmöglichkeit die per Pressemitteilung raus geht. Die Jobs sind schlichtweg nicht zu finden! Dazu noch diese unfassbaren Begründungen.

Schilda lässt grüßen.

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