Buchempfehlung: Cityboy
17.08.2009
Als ich in Bangkok auf der Suche nach Lektüre für meinen Rückflug nach München war, bin ich in einem Second-Hand-Buchladen über die Autobiographie “Cityboy – Beer and loathing in the square mile” gestolpert. Das unter dem Pseudonym Geraint Anderson veröffentlichte Werk beschreibt den Werdegang eines Brokers, der nach über 10 Jahren in der Londoner City aussteigt.
Nun ist schon viel über die Finanzkrise geschrieben worden, doch “Cityboy” steuert hierzu einen bislang noch nicht gehörten Akzent bei – indem es die Mechanismen des Analysten- und Brokermarktes aus der Sicht eines Insiders offenlegt. Positiv fällt auf, dass sich Anderson nicht zum ethischen Superhelden stilisiert, der sich vom Saulus zum Paulus wandelt, sondern durchaus zu seiner Vergangenheit steht. Darüberhinaus ist das Buch witzig, stilvoll und mit einem kernig-ironischen Unterton geschrieben.
Anderson beschreibt die Figur des Cityboy selbst so:
Who is Cityboy? He’s every brash, suited, FT-carrying idiot who ever pushed past you on the tube. He’s the egotistical buffoon who loudly brags about how much cash he’s made on the market at otherwise pleasent dinner parties. He’s the greedy, ruthless wanker whose actions are helping turn this world into the shit-hole it’s rapidly becoming. For one period in my life, he was me.
Ich empfehle das englische Original, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung.
Artikel, die Sie interessieren könnten

Jahrgang 1975, Diplom-Psychologe mit Hang zur IT, Coach, Autor und hoffnungs- loser Jazz-Fan. Motto: "Es gibt im Leben nur einen richtigen Weg: den eigenen."