Bewerbungsgespräch: So punkten Sie bei Personalern
26.03.2010Die Bibel ist einer der wertvollsten Karriereratgeber. “Es gibt eine Zeit zu säen und eine Zeit zu ernten. Eine Zeit zu feiern und eine Zeit zu trauern etc.” steht da (wo genau, müssen Sie einen Theologen fragen).
Übersetzt heißt das: Es gibt eine Zeit, seine Kompetenz darzustellen, und eine Zeit, seine Persönlichkeit zu zeigen. Eine Zeit, das Gehalt zu verhandeln und eine Zeit, seine Motive für den Job aufzudecken. Und genau da rennen viele Bewerber in eine Falle. Sie glauben, sie müssten immer nur ihre Kompetenz unter Beweis stellen, auch noch im Bewerbungsgespräch. Darauf konzentrieren sie sich oft so krampfhaft, dass sie beim potenziellen Arbeitgeber unsicher und irgendwie nerdy rüberkommen. Natürlich wird im Gespräch auch das auf den Tisch kommen, was Sie fachlich können. Aber oft nur nebenbei. Wichtiger ist es für beide Seiten, sich auf der Ebene der Persönlichkeit und der eigenen Einstellung näherzukommen.
Deswegen hier die Regel Nr. 1 für das Vorstellungsgespräch: Zeigen Sie, wer Sie als Mensch sind. Und was Sie persönlich bewegt. Warum? Für das Zeigen ihrer Kompetenz ist der richtige und ausführiche Lebenslauf das Instrument der Wahl. Da müssen Grunddinge einfach erfüllt sein. Sonst säßen sie gar nicht hier und schwitzten kalt. Im Bewerbungsgespräch will der Arbeitgeber sehen, wen er sich da ins Haus holt. Passt der zu uns? Zu unserer Kultur? Der muss doch mit dem Meier zusammenarbeiten, und so einen bestimmten Typ verträgt der nicht.
Wenn Sie noch nicht überzeugt sind: Hier sind die neuesten Umfragen des CRF-Instituts (Originalquelle leider nicht online), zitiert über die Website von Jochen Mai. Personaler wollen vor allem sehen (Platz / Prozent Zustimmung):
- Persönlichkeit (88%)
- Kommunikationsfähigkeit (73%)
- Praktische Erfahrungen (51%)
Die so gerne kolportierten Dinge wie kurze Studiendauer, Noten oder außeruniversitäres Engagement landen abgeschlagen auf den Plätzen 8 – 10.
Manche werden sagen: Persönlichkeit, naja, die habe ich ja sowieso! Die muss ich ja nicht extra zeigen. Doch, genau das. Denn man kann ja nicht in Ihren Kopf hineinschauen, sondern Sie müssen verbal formulieren, was Ihre Persönlichkeit ausmacht. Das wiederum setzt voraus, dass Sie sich intensiv mit sich, Ihren Werten, Motiven und Potenzialen auseinandersetzen.
Das leistet zum Beispiel echte Karriereberatung. Es ist doch völlig schnurzegal, ob Ihr Anschreiben nach DIN genormt ist. Oder dass Sie Standardsprüche aufsagen können. Die gibt’s für 2 Cent am Weihnachtsmarkt. Ich sage da immer: “Da hat jemand seinen Hesse/Schrader aber tüchtig gelernt!” Das hat nichts mit dem Bewusstmachen der eigenen Persönlichkeit, sondern mit Taschenspielertricks zu tun. Und die gehen früher oder später in die Hose.
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Mein Eindruck ist, dass es genau dieser Punkt ist, der den Menschen, die sich beruflich neu orientieren (müssen) am schwersten fällt. Sie beten ihren “Hesse/Schrader/Pütjer” deshalb so gerne herunter, weil es sie scheinbar der Mühe enthebt, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von shonX Deutschland, Markus Väth erwähnt. Markus Väth sagte: Gebloggt: Bewerbungsgespräch: So punkten Sie bei Personalern http://bit.ly/9VSuJE [...]
Wenn man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen ist, dann hat man schon mal viel geschafft.
Aber man kann beim Gespräch selber schnell viel verlieren. Die drei aufgelisteten Punkte sind auf alle Fälle wichtig. Womit man aber beim Vorstellungsgepräch auch punkten kann, ist Interesse. Wenn ich mich als Bewerber beispielsweise vor dem Gespräch genaustens über das Unternehmen informiert habe, kommt das in der Regel beim Vorstellungsgespräch rüber. Und das zeugt von Interesse, dass bei Personalern immer ankommt. Deshalb würde ich “Interesse” gleich als vierten Punkt auflisten.
Persönlichkeit klingt gut, aber welche? Angepasst, unterwürfig, hörig, folgsam, beeindruckbar. Halt so was viele Chefs brauchen?
Charisma und Aufrichtigkeit sind dann vielleicht zuviel gerade Persönlichkeit.
Das Wichtigste ist auf jedem Fall, dass der Mensch ehrlich sein muss. So kann man seine Persönlichkeit,seine Kommunikationsfähigkeit und die praktischen Erfahrungen immer richtig beurteilen.
Ein ehrliches Auftreten ist auf jeden Fall wichtig. Ein Arbeitgeber kann einen dadurch erst richtig einschätzen und wenn er merkt dass man ehrlich ist dann wird ihm das sicherlich lieber sein als wenn er einen nicht einschätzen kann. Außerdem geht es bei einem Bewerbungsgespräch ja auch darum gegenseitig zu sehen ob man für die Arbeit zusammen passt.