Trainer sind keine Götter – 5 Argumente für eine neue Trainingsphilosophie

Es gibt diesen klassischen Trainingsansatz: Der Trainer ist der Experte, er schmeißt die Show im Seminar, ist Fachmann und Dompteur, muss ständig kluge Antworten geben, dabei freundlich sein etc. Die eierlegende Wollmilchsau.

Dieser Ansatz hat ausgedient.

  1. setzt sich der Trainer damit einem ungeheuren Performance-Druck aus. Gerade junge Trainer mit Potenzial lähmt dieser Anspruch, der aus der Szene transportiert wird.
  2. gibt es längst den “mündigen Seminarteilnehmer”. Genauso wie im Gesundheitswesen das Wissen bei den Patienten enorm gewachsen ist, kann heute jeder Interessierte mit Internetanschluss das Thema “Konfliktmanagement” bei Wikipedia googlen.
  3. Daraus ergibt sich: Der Trainer des 21. Jahrhunderts braucht Meta-Kompetenzen. Weg von der Schul-Situation, hin zum Management des Wissens, das die Teilnehmer mitbringen.
  4. Der Trainer muss “prmus inter pares” sein, Erster unter Gleichen. Der mündige Seminarbesucher lässt sich nicht mehr abkanzeln und eine Stufe tiefer ansiedeln als der “wissende” Trainer.
  5. Der Methodenkoffer des Trainers muss entrümpelt und erweitert werden, zum Beispiel mit modifizierten Techniken des BarCamps.

P.S. Michael Wagner von bildungstechnologie.net hat 4 Leitsätze für die Schule des 21. Jahrhunderts verfasst. Auch mal interessant.

UPDATE

Mein Kollege Gerhard Etzel stößt in seinem neuformierten Blog ebenfalls eine Diskussion zum Thema an: “Was macht einen guten Trainer aus?”

Über den Autor

Markus Väth ist Diplom-Psychologe, ausgebildeter Coach und Autor des Sachbuches "Feierabend hab' ich, wenn ich tot bin. Warum wir im Burnout versinken" (4. Auflage). Vor seiner Selbständigkeit 2005 war er unter anderem als Business Analyst und Projektleiter tätig.

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